Die Berliner Agentur (V)

Bis heute weiß ich nicht, welche Gründe für die Kündigung man mir weismachen wollte. Ich schreibe „weismachen“, weil ich mittlerweile ohnehin meine eigene Theorie habe, warum die Dinge so abgelaufen sind. Vielleicht hat die relativ lange Krankmeldung eine Rolle gespielt. Vielleicht aber auch nicht, und der Zusammenfall mit meiner Kündigung war gewissermaßen Zufall.  (mehr …)

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Die Berliner Agentur (IV)

Die Zeit im Büro ohne meine Kollegin war also nicht nur atmosphärisch sehr entspannend, auch der Arbeit war sie keineswegs abträglich. Ich stimmte mich mit zwei Kollegen in Dresden per Telefon und Mail ab und alles lief einen gemächlichen, aber dennoch reibungslosen Gang. Das Projekt, vor dessen Beginn ich geholt worden war, entwickelte sich stetig weiter in Richtung Abschluss, wobei ich immer mehr Aufgaben übernahm und frei nach meinem Gusto löste.

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Die Berliner Agentur (III)

Die Situation begann bald, mich zu belasten, aber ich tröstete mich mit der Aussicht auf eine gute Woche Ferien über Weihnachten und Neujahr in Köln. Dort würde ich sicher wieder fit werden, sagte ich mir. Und wenn ich danach zurück in Berlin wäre, würde ich voll durchstarten: mir einen Sportverein suchen, feiern gehen, die Kunstszene erkunden und was nicht sonst noch alles.  (mehr …)

Die Berliner Agentur (II)

Ich hätte damals schon stutzig werden sollen. Einmal war da dieser seltsame Eindruck, den meine neue Kollegin und Vorgesetzte beim Essen gemacht hatte. Sie hatte verkrampft und schüchtern gewirkt, nicht mit sich im Reinen. Normalerweise hätte mir das ja herzlich egal sein können. Aber in diesem Fall war es von entscheidender Bedeutung, dass wir uns gut verstehen würden, denn wir würden ja den ganzen Tag zusammen in einem Raum sitzen.  (mehr …)

Die Berliner Agentur (I)

Der Hausvogteiplatz liegt begraben unter Schnee. Ich schließe mein Fahrrad neben dem Eingang zur U-Bahn an und gehe vorsichtig über das rutschige Pflaster auf ein imposantes Gebäude zu, das eine ganze Seite des Platzes einnimmt. Ich halte kurz an, schaue an der Fassade hoch und denke „Jetzt habe ich es doch noch geschafft“.  (mehr …)

Esprit ohne Esprit

Ich sah direkt in ihre schwarzen Mandelaugen, die von dunklem welligen Haar umrahmt wurden. Ihre hoch sitzenden Wangenknochen und ihre gerade Nase gaben ihr etwas Aristokratisches, was von ihren vollen Lippen und der Glut in ihrem Blick wieder aufgeweicht wurde. Was für eine Frau! Sie kam näher, zog eine Augenbraue kaum merklich in die Höhe und hauchte mir leise zu: „Ich bin perfekt!“  (mehr …)